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Sponsorenbrief „Erdbeben“ 2015-3

Liebe Sponsorinnen und Sponsoren

Unsere Weihnachts- und Neujahrswünsche kommen diesmal aus Dhangadhi, ganz im Südwesten von Nepal, wo wir – zusammen mit zwei PH-Studentinnen und einer ausgebildeten Primarlehrerin – die Unterrichtsqualität an 20151111_113949_resizedder Stepping Stone English School zu verbessern suchen. Den ersten Teil unseres 15. Swisscontact-Einsatzes arbeiteten wir zwei Wochen lang an drei verschiedenen Schulen in Dhading Bensi, und in den fünf Tagen Tihar-Ferien zwischen diesen Einsätzen widmeten wir uns unseren "Learn to Learn"-Projekten.

In Chappali durften wir zusammen mit der Schulleiterin Saru zuerst 450 kg Schulmaterial, welches DHL in grosszügiger Weise und speditiv nach Nepal transportiert hatte (Bücher, Hefte, Schreibmaterial, Mikroskope, usw.), auspacken, sortieren und an "unsere" Schulen verteilen. Vielen, vielen Dank, DHL!IMG_20150601_063023

Danach trafen wir Giri, den Schulleiter von Dhawa, der uns mit Bildern ab seinem Smartphone die traurige Bilanz des Erdbebens schilderte: Die Dorfschulhäuser sind eingestürzt. Bis die Regierung endlich Zelte aufstellte, wurden die Kinder im Freien unterrichtet! Learn to Learn hilft mit einem Beitrag beim Wiederaufbau der Schulhäuser.

chettanaNach einer abenteuerlichen Fahrt nach Trisuli zeigten uns die Einwohner zuerst den Chettana-Kindergarten, dessen Wände beim Erdbeben eingestürzt waren. Inzwischen hat die Schulgemeinde in Fronarbeit alles wieder aufgebaut. Es sieht erstaunlich kindgerecht aus. Vielen Dank den fleissigen Kindern von Kriegstetten und "Malters hilft Menschen in Not"! Nur der Zustand der Wohnhäuser zeigte uns noch das Ausmass der Erdbebenkatastrophe. Weil von den grossen Summen an Hilfsgeldern noch nichts bei der Bevölkerung angekommen ist, wohnen die Menschen nach wie vor in provisorischen Blechbaracken. Und der kalte Winter steht vor der Tür!trishuli 1

Weil wir von Learn to Learn einen Beitrag zusagten, wurde in der gleichen Woche mit dem Bau von zwei neuen Klassenzimmern und einem Büro begonnen. Das kleine Schulgebäude scheint den Leuten in Trisuli wichtiger zu sein als das eigene Wohnhaus.

Beim anschliessenden Besuch in Uttargaya, dem zweiten Schulbezirk in Trisuli, mussten wir leider feststellen, dass das ganze Internat für die 64 Knaben und 28 Mädchen komplett eingestürzt war. Die Fundamente für ein neues Schulheim sind zwar gebaut, aber vorübergehend wohnen die Kinder in einer Wellblechbaracke. Dank der Spende der Kinder der Schulen Buchs SG, dem Weihnachtsgeld der Mitarbeitenden der M&F Engineering AG in Fahrweid und der grosszügigen finanziellen Unterstützung durch die Stiftung von Mary und Paul Kurmann in Kathmandu konnten wir der Schulgemeitrishulinde Uttargaya die Finanzierung des Wiederaufbaus zusagen. Bedingung ist allerdings, dass sich auch die Einheimischen beim Wiederaufbau engagieren und das neue Haus erdbebensicher gebaut wird. Paul unterstützt uns dabei als Ingenieur auch fachlich. Mary und er werden sogar im Frühling einen Augenschein vor Ort vornehmen. Ganz herzlichen Dank nach Buchs, Fahrweid und Kathmandu!

Unser viertes Erdbeben-Projekt, die Schule in Thame, hat mit Hilfe von Learn to Learn viel neues Schul-material erhalten, weil das Meiste beim Erdbeben zugeschüttet oder zerbrochen wurde. Durch die thameVermittlung von Mingma, unserem Freund und Arzt im nächstgelegenen Spital in Khunde wurde in Kathmandu eine grosse Menge an Schulmaterial eingekauft, per Flugzeug nach Lukla transportiert und von dort auf Menschenrücken in das hochgelegene Dorf getragen. Frau Schmid und Frau Knoll aus Davos haben auf ihrem Trekking-Trip zum Everest Base Camp sogar noch einen Beamer und einige Bücher nach Thame geschleppt und festgestellt, dass die Schule wieder ganz aufgebaut ist und funktioniert. Vielen Dank auch den beiden Bergsteigerinnen!

Unsere Hilfe bei diesen vier Erdbeben-Projekten wäre ohne die grosszügige Unterstützung all unserer grossen und kleinen Sponsorinnen und Sponsoren nicht möglich. Wir danken deshalb einmal mehr allen, die uns immer wieder mit Geldspenden, aber auch moralisch, unterstützen. Nepal durchläuft einmal mehr eine sehr kritische Phase. Nach dem verheerenden Erdbeben kam durch die Annahme der neuen Verfassung etwas Hoffnung auf, und nun führt die Blockade der Südgrenze zu grossen Problemen bei der Versorgung mit Benzin, Diesel, Kochgas und Medikamenten. Unsere Hilfe wird also nach wie vor gebraucht … und auch Ihre!

Wir wünschen allen frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr in der sicheren und wohl organisierten Schweiz!

Dhangadhi, im Dezember 2015

Dora und Urs Frey-Wüest